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By Manes Sperber

1979. 8°. 227 S., 2 Bl., Orig.-Ganzleinenband mit Orig.-Schutzumschlag.

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Motorbuch Verlag Das waren die deutschen Kampfflieger-Asse 1939-1945

Das Temperament pr#228;gt den Charakter. Nie kam dies deutlicher zum Ausdruck als in den verschiedensten Einsatzm#246;glichkeiten des Fliegers im Zweiten Weltkrieg. »Die Bomber hatten eine vom Jagdflieger verschiedene Einstellung«, schreibt Werner Baumbach #252;ber den Typ des Kampffliegers. »Die artwork ihres Einsatzes #252;ber weite Strecken, in das Hinterland des Feindes, #252;ber See, bei Schlechtwetter und bei Nacht, der geschlossene Angriff im Verbandsflug, #252;berhaupt die Eigenschaften des langsameren Bomberfluges, all das bestimmt das Gesicht des Kampffliegers, der #228;u#223;erlich ruhiger, ausdauernder, gesetzter (in der Jagdfliegersprache: »sturer«) erschien.

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Was haben die Feinde  dem jüdischen Volk nicht alles angetan – welche Mittel, welche List, welches Gift, welche Waffen haben sie nicht verwandt, welche Verleumdungen nicht ausgestreut? Welche Gesetze haben sie nicht erlassen, welche Peinigung nicht erfunden? Aber wir sind noch immer da. In diesen Zeilen findet man mehrere Begründungen für dieses Überleben. Hier sei noch ein Grund hinzugefügt: Obschon man den Juden wie allen Menschen Fehler, Unzulänglichkeiten, Unterlassungen und Missetaten vorwerfen kann, so wurden sie keinesfalls derenthalben verfolgt, sondern beinahe ausschließlich um ihrer Gaben und Vorzüge willen.

Aber sie blieben stets das Volk des harten Nackens, von dem die Bibel spricht. Und wäre es nicht verkehrt, auf etwas stolz zu sein, das man nicht selbst bewirkt, sondern nur erhalten hat, so würde ich mich dieses harten Nakkens rühmen. Er mag – halb im Ernst gesprochen – der einzige Lohn sein, der uns für die fordernde Gnade der Auserwähltheit zuteil geworden ist. IV Dem eingangs erwähnten Unverständnis, mit dem das Wirtsvolk den Eigenheiten der eingesessenen Minderheit begegnet, entspricht eine mehr oder minder verfehlte Reaktion, ein spezifisches Unverständnis, mit dem die Minorität ihrerseits ihre Nachbarn zuweilen betrachtet.

Auch weil ich die Bedrohlichkeit der Auserwähltheit nie vergessen konnte, wollte es mir nicht gelingen, das einzigartige Schicksal des jüdischen Volkes mit vernünftigen Gründen zu erklären. Und weniger als je wüßte ich heute zu sagen, warum gerade wir alles überdauert, so vieles überlebt haben. Seit langem scheint mir der  Preis viel zu hoch für solche Dauer in der Zeit und das ungewollte Überall und Nirgendwo im Raum. Obschon dieses Schicksal ein historisch und philosophisch unentwirrbares Problem bleibt, dessen Lösung weit mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet, ist mir das Judesein so natürlich wie etwa einem Tiroler Bauern die Gewißheit, daß er gerade dort hingehört, wo sein Dorf liegt.

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